Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Aussicht in Sichtbeton

Die perfekte Sonnenbank – Dank spektakulärer Hanglage

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: Bruno Klomfar

Architektur Hans Hohenfellner Web www.hohenfellner.at Objekt Einfamilienhaus S. Kategorie Neubau Fassadenmaterial Sichtbeton, gestockt Adresse Bartholomäberg Bauherr Privat Planungsbeginn 05/2013 Fertigstellung 06/2015 Nutzfläche 205 m2 Kosten k. A. Fotos Bruno Klomfar

„Wenn du ein Haus so weit in den Dreck eingräbst, kannst du das nur betonieren, es muss ja wasserdicht sein.“ Die Worte von Architekt Hans Hohenfellner klingen im ersten Moment hart, haben aber einen einfachen Grund: Ein Holzhaus in einer derartigen Hanglage zu bauen sei eigentlich unmöglich oder zumindest sehr aufwendig. Für beide, Bauherren und Architekt, war somit schnell klar, dass es ein Haus rein aus Sichtbeton werden sollte.

Weil den Bauherren aber wichtig war, dass der Beton nicht schalglatt bleibt, hat ein Steinmetz mit einem Meißel nachgeholfen und die Oberfläche bis zu einen Zentimeter abgetragen. „Von der Optik wird das dann so, dass es kein heller Sichtbeton mehr ist, sondern eine schotterartige Oberfläche erhält“, erklärt der Architekt. Die Außenwände sind dadurch dunkler geworden, die Untersichten hingegen sind unbehandelt geblieben und damit schalglatt. Die Gemeinde Bartholomäberg im Montafon, wo das Haus steht, haben die Touristiker „Sonnenbank“ getauft.

Um möglichst viel von dieser Sonnenbank zu haben, war es Bauherren und Architekt wichtig, das natürliche Gefälle des Grundstücks nicht zu verändern. Das hat sich gelohnt: Von der Terrasse hat man einen atemberaubenden Ausblick auf Sulzfluh und Zimba, zwei Gipfel der Rätikon-Gruppe. Im Obergeschoss, dort, wo die Schlafzimmer entlang der Südfassade aufgefädelt sind, hat Hans Hohenfellner die Fenster bewusst tief angesetzt. „Die Fenster sind so gesetzt, dass man durch jedes genau einen Berg sieht“, sagt er. Um das umliegende Naturschauspiel zu beobachten, müsste man das Bett also gar nicht erst verlassen, was dann aber doch schade wäre. Das Bergspitzengucken kann nämlich auch einen Stock tiefer fortgesetzt werden. Wohnzimmer und Küche teilen sich hier das gesamte Geschoss, die Fassade nach Süden hin ist komplett verglast. „Die ganze bergseitige Wand ist als Stützmauer ausgebildet, durch die großzügige Verglasung südseitig sind Außen- und Innenräume fast eins“, sagt der Architekt über die Herausforderung, so viel Licht und Berge wie nur möglich in ein Haus in Hanglage zu holen.

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